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Jaroslaw Jordan

Evangelium nach Jordanus Apostata (Fragment)

1. Und der Herr setzte sich auf seinen Stuhl und lobte diese gesegnete Zeit. Und der Stuhl war unter ihm.
1.1. Denn der Herr setzte sich nirgendwo anders hin.
1.2. Auf eine Ottomane wenigstens.
1.3. Oder zumindest auf ein Sofa.
1.4. Und der Herr segnete die ganze Schöpfung, die Esel und die Giraffe und den nichtswürdigen Floh. Und der Floh und die Esel segneten ihn ihrerseits.
1.5. So warteten sie bis zu den Ferien, dann aber bis zum ersten Schnee und sie gingen auf den Hügel hinter dem Block Schlitten fahren.
1.6. Und es setzte sich der Herr auf den Schlitten und segnete den Hügel und seinen und der Seinen Schlitten.
1.7. Danach sausten sie wieder hinunter bis auf den Grund der Hölle.
1.8. Atolle von Schnee gab es dort nicht. Und sein Stuhl taute von dem Schlitten ab.
1.9. Und so entstand ein abscheulicher Gestank, vor dem die Teufel und die verlorenen Seelen sich Watte in die Nasen stopften und die Sonne ging vor Scham hinter immer neuen Horizonten unter und es wurde im Wechsel Nacht und erster Tag. 2. Und es erhoben sich die verlorenen Seelen am ersten Tage und ab ging’s zur Arbeit wie gewöhnlich mit dem Omnibus Linie 600.
2.1. Oder 154.
2.2. 138 und 36 mit Umsteigen.
2.3. Und es war ein Gedränge und ein Zähneknirschen Zahn um Zahn.
2.4. Und Auge um Auge.
2.5. Und Bullauge.
2.6. Hernach stieg die Hälfte hier aus, die Hälfte aber stieg nicht aus und fuhr weiter.
2.7. Und es sprach Satan zu dem Weibe im Pelz:
2.8. Huuh! Weib!
2.9. Aber das Weib schubste ihn unabsichtlich.
2.10. Aber, was war am Anfang und am Ende, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit, fand sich an einem neuen Ort, denn es kam gerade eine Kurve und die Ersten waren die Letzten und die Letzten die Ersten, als der Fahrer bremste auf dem Wege seines Lebens.
2.11. Daher kam Satan spät zur Arbeit und legte sich außer Atem unter den Entwerter.
2.12. Dann aber stiegen alle aus und endlich ward Raum.
3. Da setzte ich mich bequem und dachte so vor mich hin. (...)
übersetzt von Jörn Stache